VORWORT DES MANAGEMENTS

Christoph Gerlinger | Gründer und CEO
Liebe Aktionäre,
Liebe Freunde der The Payments Group Holding,
beziehungsweise künftig voraussichtlich der German Tech Holding,
wir legen Ihnen heute unseren Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vor.
Ereignisse in 2025 und seit Jahresbeginn 2026
Das Jahr 2025 war für unsere Gesellschaft ein Jahr des Umbruchs und der Weichenstellung. Nach sorgfältiger Abwägung haben wir uns Anfang 2026 entschieden, die 2024 vereinbarte Akquisition der unter der Marke The Payments Group (TPG) operierenden PayTech-Unternehmen nicht zu vollziehen, und sind am 27. Februar 2026 von der Transaktion zurückgetreten. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber haben wir nach unserer Überzeugung im Interesse unserer Aktionäre richtig als Konsequenz aus der eingetretenen Informationslage getroffen.
Im Nachhinein erwies sich die lange Wartezeit als Glücksfall, die uns die geplante TPG-Akquisition bzw. die Zustimmung der MFSA dazu abverlangt hat, weil in dieser Zeit Sachverhalte transparent wurden, die die geplante Akquisition an den vereinbarten Konditionen wirtschaftlich nicht mehr als attraktiv erscheinen ließen. Die Absage-Entscheidung verschafft uns volle Handlungsfreiheit und erspart uns die geplante Platzierung einer größeren Zahl eigener Aktien – stattdessen halten wir an unseren 34.901.800 eigenen Aktien weiterhin fest.
Die Wartezeit haben wir genutzt, um uns mit viel Fleiß und Energie nach alternativen Opportunitäten umzusehen – und das mit großem Erfolg. Wir konnten sehr interessante neue Betätigungsfelder identifizieren und sehr aussichtsreiche Investmentopportunitäten anbahnen. Damit richten wir unseren Blick klar nach vorn und besinnen uns dabei auf unsere Wurzeln als einer der jahrelang aktivsten deutschen Wagniskapital-Investoren unter der Marke German Startups Group. In dieser Zeit waren wir unter anderem mit großem Erfolg an Amorelie, Chrono24, Delivery Hero, Fiagon, MisterSpex, Remerge und Scalable Capital beteiligt. Wir konzentrieren uns nunmehr gezielt auf solche Vorhaben in der Frühphase, die nur überschaubaren Kapitalbedarf erfordern und eine hohe Planungssicherheit. Diese Prämisse erfüllen sowohl die jüngeren, bereits bestehenden Engagements als auch die derzeit in Prüfung und Anbahnung befindlichen, besonders aussichtsreichen Investmentmöglichkeiten in den Bereichen Künstliche Intelligenz und BioTech. Unserer Hauptversammlung am 19. August schlagen wir vor, in German Tech Holding umzufirmieren und unser Börsenkürzel in GTH zu wechseln.
Daneben arbeiten wir aktiv an der Realisierung unserer bestehenden Vermögenswerte. Im Fokus stehen dabei die 36 %-Beteiligung an der mit Wachstumsambitionen im Luxury-Property-Auktionsmarkt ausgestatteten AuctionTech sowie werthaltige Forderungen gegenüber der SGT Capital‑Gruppe in Höhe von aktuell 6,2 Mio. Euro.
AuctionTech ist mit ihrer SaaS-basierten White-Label-Lösung PropNow für digitale Bieter- und Angebotsverfahren im Immobilienmarkt europäischer Marktführer. Bei ihrer aktuellen, internationalen Wachstumsinitiative im globalen High-End-Luxusimmobiliensegment hat sie in den letzten Wochen große Fortschritte erzielt und befindet sich kurz vor der Umsetzung. Das dürfte das künftige Skalierungs- und Wertsteigerungspotenzial weiter deutlich steigern und auch Exit-Opportunitäten generieren, ohne dass wir solche aktiv suchen oder anstreben würden. Im Dezember 2025 haben wir unseren Anteil an dieser, unserer größten Beteiligung im VC-Heritage-Portfolio, durch Wandlung von Wandeldarlehen auf rund 36 % erhöht.
Hinsichtlich unserer Finanzforderungen gegen die SGT Capital-Gruppe führen die SGT Capital-Gruppe und die PGH seit dem 27. März 2026 Gespräche über eine mögliche Beilegung unserer Streitigkeiten. Beide Seiten streben eine einvernehmliche Lösung aller strittigen Punkte an. Gegenstand der Gespräche ist unter anderem ein Konzept für einen klaren Mechanismus zur Begleichung der Forderungen der PGH. Es wurde vereinbart, bis zum Abschluss einer endgültigen Vereinbarung Vertraulichkeit zu wahren. Angesichts der in den letzten Monaten erzielten Fortschritte gehen wir davon aus, diese Gespräche im Laufe des Sommers zum Abschluss zu bringen.
Einen besonderen Schwerpunkt unserer Zukunft bildet das Feld der Künstlichen Intelligenz. Gemeinsam mit einem hochkarätigen Gründerteam um Dr. Denise Vandeweijer, Wirtschaftsinformatikerin, Gründerin von Verdas Ventures und ehemalige Head of AI bei BMW in der Rolle einer Geschäftsführerin, Dr. Allison Fisher, ebenfalls Gründerin von Verdas Ventures und eine erfahrene Führungskraft im AI-Bereich sowie Kristian Klemon, AI-Software Engineer der ersten Stunde und Entwickler einer Vielzahl erfolgreicher industriebezogener AI-Applikation in der Rolle des CTO, haben wir in 2025 einen AI-Company-Builder unter der Firma Softmax AI ins Leben gerufen, der auf Open-Source-Modelle wie DeepSeek setzt und in kurzer Folge komplementäre AI-Apps entwickeln wird. Wir halten einen in 2026 von 25 % auf 32 % erhöhten Anteil an der Softmax AI GmbH. Mit der Cognicare AI wurde bereits ein erstes Projekt erfolgreich ausgegründet, an dem wir seit einer Kapitalerhöhung im Mai 2026 mittelbar mit 23 % beteiligt sind. Als Geschäftsführer konnten wir Philipp Buchta, langjähriger Geschäftsführer mehrerer AWO-Pflegeeinrichtungen, gewinnen. Cognicare AI positioniert sich als Anbieter praxisnaher Assistenzsysteme im Pflegebereich und bietet bereits erprobte und stark nachgefragte Anwendungen für die wachsende Zahl von Senioren-Pflegeeinrichtungen an und hat den Betrieb in ersten Pflegeeinrichtungen in den letzten Wochen bereits erfolgreich aufgenommen. Dank sehr erfolgreich laufender Kundengewinnung erwarten wir 2026 ein dynamisches Wachstum, das zeitnah einen Break-even ermöglichen dürfte; ab 2027 rechnet das Unternehmen mit Millionenumsätzen und hohen EBITDA-Margen. Die Softmax AI beabsichtigt im Jahr 2026 mehrere weitere Ausgründungen – darunter ein Computer-Vision-Tool für das Bauingenieurwesen zur effizienten Begutachtung und Dokumentation von Bauwerken, eine Reihe von EdTech-Anwendungen für berufliche Schulungen, Weiterbildungen und Bewerbungstrainings sowie eine KI-Sprachbox für Kinder.
Im BioTech-Bereich erwarten wir zudem in den kommenden Monaten Zugang zu einer außergewöhnlich attraktiven Beteiligungsmöglichkeit in der Frühphase zu erhalten, die auf einem disruptiven, nachweislich klar überlegenen und seit über drei Jahren erfolgreich erprobten Diagnostik-Radiopharmazeutikum beruht.
Unsere Finanzzahlen
Insgesamt hat unsere Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 einen Verlust auf Konzernebene in Höhe von 1.825 TEUR oder 0,16 Cent pro Aktie erlitten. Der Buchwert des Eigenkapitals pro Aktie beläuft sich auf 11,8 Mio. Euro oder 1,03 Euro pro ausstehende Aktie. Der Net Asset Value (NAV) je Aktie einschließlich nicht bilanzierter Werte dürfte auf Basis der derzeit ausstehenden 11.400.000 Aktien nach Ansicht der PGH bei mehr als 1,50 Euro liegen und damit deutlich über dem aktuellen Börsenkurs.
Unter dem Strich haben wir unsere Gesellschaft nach der Einstellung des uns eine zeitlang prägenden Private Equity-Geschäfts und der Trennung von der SGT Capital-Gruppe wieder in eine gute wirtschaftliche Verfassung und eine sehr aussichtsreiche Position gebracht. Wir verfügen über werthaltige Beteiligungen, über durchsetzbare und werthaltige Forderungen sowie über die beiden dynamischen Zukunftsbetätigungsfelder Künstliche Intelligenz und BioTech. Auf dieser Grundlage blicken wir mit großer Zuversicht auf das restliche Jahr 2026 und danken Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre Treue.
Frankfurt am Main, den 30. Juni 2026
Christoph Gerlinger
MD | Geschäftsführer
The Payments Group Holding GmbH